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Prenzlauer Berg
Die Glückliche

Kaum ein anderer Stadtteil erlebte nach der Wende eine solche Wende: Über 85 Prozent der Ureinwohner mussten weichen, weil sie sich die rasant steigenden Mieten nicht mehr leisten konnten. Früher Zilles Milljöh und bröckelnder Sozialismus, heute bürgerliche Bohème und schicke Gründerzeit-Altbauten. Die Studenten und Künstler, die nach der Wende leerstehende Häuser "besetzten", sind mittlerweile Besserverdiener, die Tür an Tür leben mit Franzosen, Briten, Italienern, Spaniern, Dänen und Amerikanern. Die vereinten Nationen von Prenzlauer Berg.

Auch Schwaben wurden hier schon gesehen – und gehört. Neuzugänge aus dem Ländle werden schnell zu Lokalpatrioten, die ihren Kiez mit großer Begeisterung in eine Biosphäre verwandeln: Gespritztes Gemüse hat hier keine Chance. Prenzlauer Berg lebt von seiner gesunden Grundhaltung: Biofood, Saftläden, Yoga-Studio und Shiatsu to go.

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» Das Epizentrum ist der Kollwitzplatz. An jeder Ecke lauert ein Restaurant und somit die Gefahr, das Kochen komplett zu verlernen. Prenzlauer Berg ist mit seinen Lifestyle-Restaurants und Szenebars eine ständige Versuchung. «

Das Epizentrum ist der Kollwitzplatz. Benannt nach der berühmten Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz, die mit ihrer ausdrucksstarken Kunst gegen Krieg, Armut und Ausbeutung ankämpfte. Eine Gedenktafel in der Kollwitzstr. 58 erinnert an die Wohnung, in der sie mit ihrem Mann, einem hochangesehenen Arzt, jahrzehntelang lebte. Der Wochenmarkt am Kollwitzplatz ist eine Institution – mit einem beeindruckenden Angebot an frischer Bio-Qualität aus der Region. Hier ist die Restaurantdichte am höchsten, und die umliegenden Cafés mit ihren einladenden Terrassen zaubern eine fast mediterrane Atmosphäre.

In den bunten Bistros trifft man Projektplaner mit Laptop und Latte und muntere Mütter mit Designersonnenbrillen. "SexyMama" verkauft Mode für Schwangere, und die kreischenden Wunschkinder auf dem Spielplatz heißen nicht mehr Kevin, sondern Tim Torben Vincent. Das Leben ist entspannt, und der Kindergeburtstag am Wochenende wird zur heiteren Party im Park, mit 99 Luftballons. Prenzlauer Berg ist der kinderreichste Bezirk der Hauptstadt und ein beliebtes Wohnviertel für junge Familien.

Gleich am Kollwitzplatz lockt ein Ort mit Glücksluft: Allans Breakfast Club. Die Atmosphäre ist lässig und das Personal einfach nett. Die Gäste sind so international wie die Speisekarte. Allan ist ein sympathischer Franzose, der 20 Jahre in Down Under gelebt hat und die entspannte Lebensart der Australier mit nach Berlin brachte. Einfach reingehen und genießen: frische Backwaren, French Toast, Eggs Benedict und außerirdisch leckere Süßspeisen. Für die jüdische Gourmetgemeinde gibt es hier das beste Chachuka der Stadt. Willkommen in Allans rappelvollem Frühstücks-Himmel. Hier kann man es schmecken, hören und sehen: das Lebensgefühl in Prenzlauer Berg. Bekannt ist die Rykestraße allerdings auch aus einem anderen Grund: Hier steht die zweitgrößte Synagoge Europas – Krieg und Nazis hat sie so gut wie unbeschadet überstanden.

Die Kastanienallee hat Karriere gemacht: Nirgendwo trifft man so viele Jungschauspieler wie hier. Und junge Leute sowieso. Der Bäcker heißt Placebo und der Friseur Vokuhila. Und Klamotten kauft man beim Eisdieler – eine ehemalige Eisdiele mit heißer Mode made in Berlin. Geluncht wird in der Fischfabrik, und den Qualitätskaffee trinkt man bei Bonanza Coffee.

Wer jetzt noch Lust auf Süßes hat, geht zu Hedwig und probiert die neuesten Eissorten: Gurke-Ingwer oder Madagaskar-Schokolade mit Ziegenmilch und Meersalz. Vielleicht noch Appetit auf den Coffee Room? Frische Salate, saisonale Suppen und hausgemachter Kuchen in kuschelig angenehmer Wohnzimmeratmosphäre ...

An jeder Ecke lauert ein Restaurant und somit die Gefahr, das Kochen komplett zu verlernen. Prenzlauer Berg ist mit seinen Lifestyle-Restaurants und Szenebars eine ständige Versuchung.

Jeden Tag eine neue Entdeckung: zum Beispiel das Oderberger. 1902 eröffnet als "Volksbadeanstalt", heute ein historisches Boutique-Hotel mit Luxus-Schwimmbad und hervorragendem Landküchen-Restaurant. Getafelt wird im ehemaligen Heizkraftwerk des Stadtbads: mit drei Galerien, einer Deckenhöhe von 15 Metern und alten Drehreglern in der Backsteinwand. Schöner Essen.

Der P-Berg ist wohnsinnig vielfältig: Es gibt hochattraktive Altbauten, moderne Wohnanlagen, sonnenhelle Ateliers, Townhouses mit Garten und denkmalgeschützte Hofremisen. Die Infrastruktur ist ausgesprochen gut, und mit U- und S-Bahn, Tram und Bus erreicht man bequem alle Bezirke. Natürlich steigen auch hier die Mieten beinahe täglich, aber coming home vermittelt dennoch eine große Anzahl von individuellen und bezahlbaren Adressen.

Damit man nicht ganz vergisst, wie es früher einmal war, zeigt das Museum in der Kulturbrauerei den "Alltag in der DDR": vom Trabbi über Blumenhocker und Eierbecher bis zu Rotkäppchen-Sekt und Spee-Waschpulver. Impressionen aus einem völlig anderen Land ... Damals war der Prenzlberg heruntergekommen und sollte "modernen" Plattenbauten weichen. Doch dann kam die Wende, und das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Deutschlands war gerettet – zum Glück! Und wurde zu einem inspirierenden Stück Berlin. Hier macht Wohnen glücklich!

» Damals war der Prenzlberg heruntergekommen und sollte "modernen" Plattenbauten weichen. Doch dann kam die Wende, und das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Deutschlands war gerettet – zum Glück «
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Pankow
Die Neu-Entdeckte

„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow?“ Welcher Teil Berlins kann schon von sich behaupten, durch Udo Lindenberg noch berühmter geworden zu sein? Stadtmagazine sprechen schon von Pankowland als dem charmantesten Stadtteil: Man wohnt in Pankow, arbeitet in Mitte und fährt abends mit dem Fahrrad zum Essen nach Prenzlauer Berg. Trotz der zentralen Lage hat sich Pankow seine Vorstadtidylle bewahrt. Die Lebensqualität ist hoch, und besonders bei jungen Familien wird der Kiez immer beliebter. Ungefähr so: Hat man noch kein Kind, wohnt man in Mitte, ist das erste unterwegs, zieht man nach Prenzlauer Berg, kommt dann das zweite, sucht man sich was in Pankow. Nur mit dem dritten wird es dann eng, aber Berlin ist ja groß ...

Der Florakiez ist ein „Klein-Prenzlauer Berg“ mit netten Cafés, Second-Hand-Läden, Restaurants und kleinen Geschäfte zum Bummeln geworden. Beim „Szenefaktor“ besteht noch Nachholbedarf, aber mittlerweile kann man die Prenzlauer Berger und die Pankower Bürger kaum noch unterscheiden. Mütter mit Kindern und Jung-Akademiker mit Latte to go auf dem Weg zur S-Bahn: nur 6 Stationen bis Alexanderplatz.

Die Stadtgeschichte ist erstaunlich. Der Ortskern stammt aus dem 13. Jahrhundert, die backsteinrote Pfarrkirche mit ihren spitzen Zwillingstürmen ist mittelalterliche Kulisse für Berlins ältesten Wochenmarkt. Sehenswert ist auch das Schloss Schönhausen, einst Wohnsitz von Königin Elisabeth Christine, der verschmähten Gattin von Friedrich II: „... meine alte Kuh!“ Die Nazis missbrauchten das Schloss als "Kunstdepot EK“ – EK wie Entartete Kunst – und lagerten hier hunderte Gemälde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es sowjetisches Offizierskasino, dann Internat für russische Schüler und später Amtssitz des ersten und einzigen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. Heute kann man sein wiederhergestelltes Arbeitszimmer besichtigen, mit Polstersesseln und Kronleuchter – alles pieckfein. Auch die Wohnräume der ehemaligen Königin sind öffentlich. Staatsgäste wie Ho Chi Minh, Nikita Chruschtschow und später Michail Gorbatschow und seine Raissa dinierten im prachtvollen Festsaal. Vor allem wurde hier ein entscheidendes Dokument ausgehandelt: der Vertrag zur deutschen Wiedervereinigung. Noch immer ein Geheimtipp ist der umliegende Schlosspark Niederschönhausen mit dem angrenzenden Sommerbad Pankow. Peter Joseph Lenné, der geniale Grünkünstler, gestaltete aus dem einstigen Barockgarten einen weitläufigen idyllischen Landschaftspark mit romantischen Spazierwegen entlang der Panke und großzügigen Liegewiesen fürs Picknick.

» Stadtmagazine sprechen schon von Pankowland als dem charmantesten Stadtteil: Man wohnt in Pankow, arbeitet in Mitte und fährt abends mit dem Fahrrad zum Essen nach Prenzlauer Berg. «
» Die gute Verkehrsanbindung und die grüne Umgebung machen Pankow zu einem gefragten Wohnviertel: Es gibt weitläufige Parks, schöne Altbauten, exklusive Neubauwohnungen, kleine Villenviertel und großzügige Wohnanlagen. «

Nicht ganz so prunkvoll, aber hochherrschaftlich ist die Beletage im ehemaligen Wohnhaus des Stuhlrohrfabrikanten Fritz Heyn. Ein kleines, feines Museum in der gleichnamigen Straße, sogar mit komplettem Mobiliar. Bis 1972 bewohnte die Tochter des Hauses die beiden original erhaltenen Salons. Wohnung und Garten in der Heynstr. 8 sind ein eindrucksvoller Raum- und Zeitsprung in das Leben des wohlhabenden Bürgertums im 19. Jahrhundert. Nicht weit davon liegt die Alte Mälzerei, ein Industriedenkmal von 1874. Imposant wie eine mittelalterliche Festung und ein prägnantes Zeugnis der industriellen Revolution. Wo einst Braumalz für die Schultheiss-Brauerei geröstet wurde, entstand ein denkmalgeschützter Wohnkomplex. Die authentischen Loft-Wohnungen, die coming home hier anbietet, sind sehr begehrt.

Die gute Verkehrsanbindung und die grüne Umgebung machen Pankow zu einem gefragten Wohnviertel: Es gibt weitläufige Parks, schöne Altbauten, exklusive Neubauwohnungen, kleine Villenviertel, großzügige Wohnanlagen und Einfamilienhäuser. Auch hier sind die Mieten in den letzten Jahren gestiegen, aber weit moderater als in Prenzlauer Berg und Mitte. Man wohnt am Stadtrand und doch nur einen Katzensprung entfernt vom Alexanderplatz. Hier kann man den hektischen Alltag der Großstadt entspannt hinter sich lassen.

Pankow – das war das Bonn der DDR. Im Majakowskiring wohnten bis in die Sechzigerjahre die Bon(n)zen der SED: Walter Ulbricht, die beiden Erichs - Honecker und Mielke, Otto Grotewohl & Co. Eine exklusive "Gated Community" mit Schlagbaum und noblen Villen für die feine geschlossene Gesellschaft. Erst 1960 verließ die DDR-Führung ihr goldenes Ghetto und zog in die eigens errichtete (geheime!) Waldsiedlung nach Wandlitz – abgeschirmt und spießig. Hier vermittelt coming home übrigens keine Wohnungen.

Pankow ist ein Stadtteil mit Sonderstatus und bewegter Vergangenheit. Damals das Beverly Hills der DDR-Elite, mit Größen wie Hanns Eisler, Arnold Zweig, Christa Wolf, Johannes R. Becher und Heiner Müller. Auch heute ist Pankow die Privatadresse der Prominenz: der deutsche Film mit Christiane Paul, Jasmin Tabatabai, Nora Tschirner, Maria Schrader. Und die linke Politik mit Jürgen Trittin und Gregor Gysi. Pankow packt sie alle.